6. Mayence Open

Erfahrungsbericht zu den 6. Mayence Open in Mainz

6/29/20252 min read

Kreativ, knackig, klasse organisiert

Zum sechsten Mal fand im Mai 2025 die Mayence Open statt – ein IPSC Level II Match der Schützengesellschaft zu Mainz 1862 e.V. Die Anlage in Mainz liegt im Keller mit zwei voll begehbaren Raumschießanlagen mit beheizter Belüftung und nagelneu. Die ROs hatten den Ablauf super im Griff. Es lief alles rund, die Stages waren gut vorbereitet und die Wartezeiten hielten sich im Rahmen. So macht ein Match Spaß – nicht nur wegen der Schießerei, sondern auch wegen der entspannten Atmosphäre.

Die Stages waren ein bunter Mix aus klassischen IPSC-Kursen und echt kreativen Setups. Besonders im Kopf geblieben ist mir ein drehbares Rad mit fünf Mini-Targets. Drei waren direkt sichtbar, zwei versteckt. Nach einem Popper drehte sich das Teil, zwei Bonusziele wurden kurz sichtbar – und zack, wieder weg. Der Clou: Wer sie nicht beschoss, bekam keinen Penalty. Wer mit Bonus -Targets vertraut war, konnte also Punkte gutmachen. Ich hab’s natürlich verpeilt, dachte alle seien Pflichtziele – und hab mir prompt ein Mike eingehandelt. Lehrgeld bezahlt, aber auch was gelernt. Wer das Regelwerk beherrscht ist klar im Vorteil.

Mein absolutes Highlight: die Toilette. Man startete auf einer echten Toilette, mit einer Klobürste in der einen und einer Klopapierrolle in der anderen Hand. Die ungeladene Waffe lag – kein Witz – im Klo. Vor dem Schießen musste man erst die Requisiten richtig aufhängen und die Spülung betätigen, um einen Swinger zu aktivieren. Blöd nur: Die Klorolle war so zusammengedrückt, dass ich ewig gebraucht hab, sie über den Halter zu fummeln. Aber genau solche Details machen ein Match unvergesslich und beim nächsten Mal wird die Rolle vor dem Start genau inspiziert.

Zwei Wochen Fokus – und plötzlich Top 5

Nach meinem ersten IPSC-Match war klar: Ich hab noch ordentlich Luft nach oben. Also habe ich mein Training umgestellt und mich zwei Wochen lang voll auf die Basics konzentriert. Griff, Visierbild, Abzug, Fokus.

Was ich dabei gemerkt habe: Weniger Tempo bringt mehr Treffer. Statt hektischer 0,16-Sekunden-Splits bin ich bewusst etwas ruhiger geworden – so um die 0,20 Sekunden. Kaum langsamer, fühlt sich im Kopf aber ganz anders an. Ich war fokussierter, ruhiger, kontrollierter – und hab dadurch viel besser getroffen.

Ein kleiner Ausrutscher war trotzdem dabei: Am Ende eines langen Parcours war ich im Kopf schon fertig, bevor der letzte Schuss raus war. Ergebnis: Das letzte Target nicht sauber getroffen. Klassischer Konzentrationsfehler – Lesson learned: Fokus bis zum letzten Schuss halten!

Alles in allem bin ich mit meiner Performance mega zufrieden. Das Training hat sich voll ausgezahlt – und das Ergebnis spricht für sich: Platz 5 von 38 in Production Optics Overall. Und das bei meinem zweiten Match überhaupt!