Force on Force Trainings-Waffen
Wie funktionieren Force on Force Waffen und Munition? Was unterscheidet sie von Airsoft oder Paintball? Kann man das einfach so kaufen und wenn ja wo? In diesem Beitrag gehe ich den Trainingswaffen der Seal Teams auf die Spur!
TECHNIK
10/17/202612 min read
Force-on-force-Training kennt die breite Masse vermutlich aus Filmen und Serien wie „SEAL Team“. Hier trainieren die Protagonisten Einsatzszenarien mit echten Menschen als Feinddarsteller. Die Darsteller wehren sich dabei mit aller Macht, um ein realistisches Einsatzbild zu simulieren. Um den Verschleiß an Einsatzkräften und Darstellern zu minimieren, wird während des Trainings keine scharfe Munition eingesetzt. Um trotzdem Feedback bei Treffern zu erhalten, werden abgeschwächte Kunststoffgeschosse – meist mit Farbe gefüllt – eingesetzt. Durch den Einsatz von Farbmunition kann auch im Nachhinein eine Situation analysiert werden. Wichtig für das Training ist, dass sich die Trainingsgeräte wie die echten Einsatzmittel anfühlen, um den Transfer des Trainings auf Einsätze so reibungslos wie möglich zu gestalten. Neben der realistischen Haptik ist auch die Sicherheit ein wichtiger Punkt. Es sollte nicht möglich sein, die Trainingsgeräte mit scharfen Waffen zu verwechseln oder das scharfe Munition in die Trainingswaffe gelangt und abgefeuert wird. Um diese Herausforderungen zu lösen, gibt es mittlerweile einige Hersteller, die Lösungen für diese Anforderungen anbieten. Der bekannteste und älteste Hersteller ist Simunition mit seiner FX-Linie. In den letzten 20 Jahren sind aber auch einige neue Mitbewerber auf dem Markt erschienen, deren Produkte teilweise sogar für Privatpersonen erhältlich sind (ob das sinnvoll ist oder nicht, ist ein anderes Paar Schuhe).


Abbildung 1: AR15 mit einem FX Wechselsystem von Simunition. Deutlich zu erkennen an der blauen Farbe des Gehäuses und des Hanguards. Quelle: simunition.com, 2026.
Simunition ist ein kanadisches Unternehmen, das bereits vor 2000 damit begann Trainingsmunition mit geringen Geschossenergien zu entwickeln. Heute sind sie der Standard für force on force Munition und dazu passender Systeme. Simunition bietet für ihre Munition Umrüstkits für verschiedenste Waffentypen an. Klassiker natürlich ein Wechselsystem für AR15. Aber auch Kits für Maschinengewehre, MP7 und AK sind im Portfolio enthalten. Passend zum Angebot sind Simunition-Patronen für Waffen in den Kalibern 9 mm Luger, 5.56 x 45 Nato und 7.62 x 51 Nato erhältlich.
Simunition FX
Abbildung 2: Links: Magazin von Simunition für ihre FX Patronen. FX Patronen sind kürzer, weshalb das Magazin an der Rückseite innen ein Art Spacer hat. So passen die Magazine in den AR15 Magazinschacht, aber scharfe Patronen passen aufgrund ihrer Länge nicht ins Magazin. Rechts: 9mm, 5.56 und 7.62 FX Patronen. Quelle: Simunition Product Catalog, 2026.




Die Patronen sind technisch interessant, da sie nicht einfach nur eine geringe Treibladung besitzen, sondern ein ausgeklügeltes System, um einerseits das Projektil genau richtig zu beschleunigen und andererseits genug Energie bereitszustellen, um die Waffe zu betreiben. Eine gewöhnliche Hülse mit entsprechender Ladung und Kunststoffgeschoss beschleunigt das Geschoss viel zu stark, wenn gleichzeitig genug Gasdruck vorhanden sein soll um den Verschluss vollständig zu öffnen. Eine Ladung, die eine Mündungsenergie erzeugt, welche für ein Training geeignet wäre erzeugt aber viel zu wenig Gasdruck um den Verschluss einer Waffe anzutreiben. Daher werden als ersten Schritt unverriegelte Masseverschlüsse in den Wechselsystemen von Suimunition eingesetzt. Um die passende Mündungsgeschwindigkeit und den Antrieb der Waffe zu sichern werden die Funktion der Beschleunigung und des Antriebs der Waffe technisch getrennt.
Als Treibmittel werden Zündhütchen eingesetzt, die wie bei scharfen Patronen in der Mitte des Hülsenbodens aus Messing sitzen. In die Hülse ist ein Kunststoffkolben eingesetzt, der das Geschoss trägt. Im Boden des Kunststoffkolbens ist eine Düse eingearbeitet, die einen definierten Teil der Treibgase zur Beschleunigung des Geschosses durchlässt. Das restliche Gas drückt den Kolben und die Hülse auseinander. In der Kammer des Laufs liegt der Kunststoffkolben mit seiner Stirnseite an, sodass die Messinghülse nach hinten beschleunigt wird. Durch diese Bewegung wird der Verschluss der Waffe angetrieben. Nach der Beschleunigung durch die Expansion der Hülse besitzt der Verschluss genug kinetische Energie, um die abgeschossene Hülse mit nach hinten auszuziehen und eine neue Patrone zu laden.


Abbildung 3: Skizze der Funktion von Simunition FX Patronen. Quelle: Patent US 9,534,877 B2, 2017.
Die Kräfte zur Beschleunigung des Projektils sind vernachlässigbar im Vergleich zu den Kräften in der Expansionkammer der Patrone. Das führt zu einem interessanten Phänomen, nämlich einem invertierten Rückstoßverhalten der Trainingswaffe. Da die Düse im Kolben der Trainingspatrone das Ausströmen der Verbrennungsgase stark begrenzt, funktioniert der Kolben quasi wie ein Stopfen zum Lauf. Praktisch wird vor Allem die Hülse gegen die Schussrichtung beschleunigt. Die Gegenkraft drückt gegen den Kolben, in Schussrichtung, wodurch eine Bewegung der Waffe in Schussrichtung bewirkt wird. In anderen Worten: Der Verschluss wird nach hinten geschossen. Dadurch erlebt der Schütze ein umgedrehtes Rückstoßverhalten - die Waffe schlägt nach unten aus. Dieses Schussverhalten ist so stark ausgeprägt, dass Simunition hierfür eine spezielle Lösung entwickelt hat um es zu kompensieren. Schließlich soll das Verhalten der Trainingswaffen den Einsatzwaffen gleichen und keine falschen Angewohnheiten antrainieren. Die Lösung ist simpel. Die Laufachse ist schräg nach Oben gebohrt, um das Herunterkippen der Pistole auszugleichen.
Abbildung 4: Ein Wechselsystem für Glock Pistolen von Simunition. Optisch deutlich erkennbar durch die blaue Farbe des Verschluss' und des Laufs aus Messing. Man beachte den geringeren Lauf Durchmesser, aufgrund des Projektildurchmessers von 7,62 mm. Die Mündung sitzt exzentrisch, da der Lauf schräg nach oben gebohrt ist, um den negativen Rückstoßimpuls auszugleichen. Quelle: simunition.com, 2026.


Um ein fälschliches Abfeuern von scharfer Munition zu verhindern, hat sich die Farbe Blau als Signalfarbe etabliert. Waffen oder einzelne Bauteile werden in blauer Farbe ausgeführt um deutlich zu signalisieren, dass es sich um Trainingsgeräte handelt. Aber auch technische Lösungen sind Teil des Sicherheitskonzepts. Die .223 Rem / 5.56 Nato FX Patronen haben einen geringeren Durchmesser des Hülsenbodens als die scharfen Varianten. Passend dazu besitzen die FX Verschlüsse einen passenden Durchmesser des Stoßbodens. Sollte also trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine scharfe Patrone seinen Weg in die Zuführung finden, kann der Verschluss nicht vollständig schließen. Da der Hülsenboden außen am Verschluss anliegt und nicht an der Schlagbolzenbohrung, reicht der Schlagbolzenüberstand nicht aus um die Patrone zu zünden. Je nach Waffenplattform sind weitere technische Veränderungen möglich, um ein Zuführen oder Abfeuern von scharfen Patronen zu verhindern. Beispielsweise sind die Projektile der 9mm äquivalenten FX Patronen unterkalibrig mit einem Geschossdurchmesser von 7,62 mm. Dadurch können scharfe 9 mm Patronen nicht vollständig eingeführt werden und der Verschluss schließt nicht.
Oberland Arms stellte auf ihrer eigenen Hausmesse der "oberland Arms Convention 2026" erstmals ihre CIP beschossenen FX-kompatiblen Austauschverschlüsse und Wechselsysteme vor. Nach eigenen Angaben sind sie damit die einzigen Hersteller, die FX Waffen an zivile Kunden mit Erwerbsberechtigung (Jäger) verkaufen. Dabei sind die Systeme von Oberland Arms nicht neu. Seit mehreren Jahren bietet der Hersteller bereits FX-kompatible Trainingswaffen an. Diese waren bisher aber Behörden vorbehalten.
Oberland Arms


Abbildung 5: Oberland Arms Trainings AR15 komplett in blau gehalten. Quelle: oberlandarms.com, 2026.
Eine besonders raffinierte Methode um einen Schießunfall im Force on Force Training zu verhindern, nutzt die britische Firma Ultimate Training Munition. UTM verwendet zum Zünden ihrer Man Marking Rounds MMR Randfeuer Platzpatronen. Durch den dezentralen Schlagbolzen ist ein Zünden von Zentralfeuerpatronen unmöglich. Wie auch bei Simunition sind die Magazine für AR15 angepasst, sodass nur die kürzeren MMR Patronen eingesetzt werden können und scharfe Patronen zu lang sind. Natürlich bietet auch UTM Umbaukits für diverse Plattformen an, welche nötig sind, um die MMR Munition einsetzen zu können. Das Angebot ist ähnlich umfangreich wie beim Marktführer Simunition. Kerngeschäft sind wie zu erwarten, AR15, Glock und einige andere Kurzwaffen. Aber auch Lösungen für das Training mit Maschinengewehren oder der AK Plattform sind geboten.
Ultimate Training Munition UTM
Abbildung 6: Vorstellung der Sicherheitsfeatures der UTM Systeme. Besonders interessant ist der exzentrische Schlagbolzen im Verschlusskopf der AR15 Trainingswaffen. Rechts daneben ist eine Patronenboden gezeigt, bei dem der Schlagbolzen neben das Zündhütchen geschlagen hat, um die Sicherheit der Randzündung zu verdeutlichen. Quelle: UTM Product Catalog, 2026.


Das eigentlich Besondere an UTM MMR Patronen ist die Trennung zwischen Beschleunigung des Projektils und des Antriebs des Verschlusses. Gezündet wird die MMR Patrone über eine Platzpatrone. Der Druck der Platzpatrone schießt eine Kugel auf ein Zündhütchen das ein Projektil mit seinen Verbrennungsgasen beschleunigt. Durch die getrennten Ladungen kann die Energie des Projektils und die Energie für den Betrieb der Waffe getrennt abgestimmt werden. Ähnlich wie beim FX System wird der Verschluss durch ein Zylinder-Kolben System angetrieben. Die Platzpatrone sitzt in einem Aluminiumkolben, welcher in der Hülse der Patrone sitzt. Beim Schuss schießen die sich ausdehnenden Gase aus der Platzpatrone die Kugel nach vorne und drücken dann weiter den Kolben und die restliche Patrone (der Zylinder) auseinander. Da die Hülsenschulter in der Kammer anliegt bleibt nur der Weg des Kolbens nach hinten, welcher so den Verschluss antreibt. Im Vergleich zu Simunition setzt UTM in ihren Projektilen eine zusätzliche Kugel ein. Diese Kugel soll beim Aufprall auf weiche Ziele das Öffnen der Farbkapsel unterstützen.




Abbildung 7: Schnittbild einer 5.56 MMR Patrone von UTM. Zu erkennen ist die Randfeuer-Platzpatrone und die Kugel im Kolben der Patrone. Der Kolben ist mit einem O-Ring gegen die Hülse abgedichtet. Die Kugel wird beim Schuss gegen das kleine Zündhütchen in der Hülse geschossen, welches das Projektil beschleunigt. Das Projektil ist räumlich von der Platzpatrone getrennt. Die Platzpatrone dient nur zum beschleunigen der Kugel und vorallem zum Antrieb des Kolbens und damit der Waffe. Quelle: Technical Data Sheet 5.56mm MMR, 2026.
Abbildung 8: Eine 5.56 MMR Patrone von UTM. Quelle: utmworldwide.com, 2026.
Für die 9mm äquivalenten MMR Patronen nutzt UTM wie auch Simunition Zündhütchen für den Antrieb der Waffe. Hier wird also kein dezentraler Schlagbolzen verwendet. Stattdessen setzt UTM wie Simunition auch auf unterkalibrige Geschosse. Die Geschosse der 9 mm MMR Patronen besitzen den gleichen Durchmesser wie die Geschosse der 5.56 mm MMR Patronen und sind damit noch ein Stück kleiner als die Varianten von Simunition. Wie bei FX Patronen auch, lässt sich eine Scharfe Patrone nicht zuführen. Durch die Flaschenhalspatrone wird dieser Effekt nocheinmal deutlicher dargestellt.




Abbildung 9: Schnittbild einer 9 mm MMR Patrone von UTM. Bei Pistolenmunition setzt UTM statt auf Randfeuerzündung klassisch auf ein zentrales Zündhütchen. Zu sehen ist aber der Größenunterschied zwischen dem äußeren Zündhütchen und dem Antrieb des Projektils. Letzterer ist kleiner, um die Energie des Geschoss' gering zu halten. Quelle: Technical Data Sheet 9mm MMR, 2026.
Abbildung 10: Eine 9 mm MMR Patrone von UTM. Quelle: utmworldwide.com, 2026.
Die amerikanische Firma "Force on Force" hat sich das Programm zum Namen gemacht. Das Funktionsprinzip der Patronen ist gleich zu den bereits vorgestellten Produkten. Im Detail sind die FoF Patronen eine Mischung aus den FX Patronen von Simunition und der MMR von UTM. Wie bei Simunition wird der Antrieb der Waffe und die Beschleunigung des Geschosses über ein einzelnes Zündhütchen realisiert. Die Treibladung sitzt im Kolben, während die Düse in der Hülse sitzt. Wie bei UTM fährt der Stoßboden bei Ausdehnung der Verbrennungsgase mit dem Kolben nach hinten aus. Über die Düse wird ein definierter Anteil der Gase für das Verschießen des Projektils durchgelassen. Die Firma versucht als amerikanischer Hersteller für die verbreitete FX Munition von Simunition besonders in den USA Fuß zu fassen. Das Angebot an Kits und Trainingswaffen ist im Vergleich zu Simunition aber deutlich reduziert. Produktbilder zeigen Simunition Trainingswaffen für den 9 mm Bereich und es wird nur eine Bolt Carrier Group für AR15 angeboten. FoF konzentriert sich augenscheinlich vor allem auf Trainingsmunition, die mit den Marktführern kompatibel ist.
Force on Force




Abbildung 11: Funktionsskizze der Force on Force Patronen. Quelle: Patent US 8,783,152 B2, 2014.
Abbildung 12: Schnittbild einer Force on Force Patrone. Quelle: forceonforce.com, 2026.
Der jüngste Player im Force on Force Markt ist Unit Solutions. Die Waffen von Unit Solutions tauchen aktuell immer häufiger auf Bildern aus Force on Force Szenarien auf. Das liegt vor allem an der vereinfachten Beschaffung, da die Trainingsgeräte in den meisten Ländern keine Waffen sind und damit kaum oder garnicht reguliert. Es handelt sich praktisch um CO2 GBB Airsoft Waffen. In Deutschland unterliegen diese Waffen natürlich trotzdem dem Waffengesetz. Da die Energie der Geschosse aber unter 7,5 J liegen handelt es sich um Freie Waffen. Damit müssen diese Waffen bei Import trotzdem amtlich beschossen werden (F im Fünfeck), unterliegen aber keiner Erlaubnispflicht.
Unit Solutions
Abbildung 13: Unit Solutions "Unit4" CO2 Farbmarkierer im AR15 Design. Die Waffe kann nach eigenen Wünschen konfiguriert werden und ist vollständig AR15 kompatibel. Quelle: unitsolutions.com, 2026.


Technisch unterscheiden sich die Waffen kaum von GBBs. Das Hop-Up ist sogar eher Rückständig, bzw. ohne Funktion, um eine natürliche Flugbahn der BBs zu erhalten. Es ist also eher eine BB Haltevorrichtung. Die Komponenten sind allerdings extrem hochwertig, wobei das Gehäuse, Außenlauf, Handguard etc. von den Materialien und Verarbeitung echter AR15 gleichen. Damit ist einerseits ein perfektes Trainingsgefühl gegeben, da Gewicht und Kompatibilität mit Anbauteilen identisch sind, andererseits ist die Waffe extrem stabil. Prinzipiell wäre die Unit4 eine gute Basis für Airsoft-Spieler, wären da nicht die 8 mm BBs (die Kugeln).
Bis heute ist in Airsoftkreisen bekannt, dass Farbe in 6 mm BBs nur sehr unzuverlässig funktioniert und eine 100%ige Chance besteht sich die Waffe mit Farbe zu versauen. Durch die geringen Energien beim Airsoft und der geringen Masse der BBs müssen die Wände der Farbkugeln sehr dünn sein, damit sie beim Aufprall platzen. Das steht allerdings in Konkurrenz zu der Energieaufnahme bei Schussabgabe und der mechanischen Belastung beim Zuführen, weshalb die Farbkugeln dazu neigen in der Waffe zu platzen. Mit steigendem Durchmesser der Kugeln lässt sich dieses Problem reduzieren, da der Druck bei der Schussabgabe auf eine größere Fläche verteilt wird. Durch den Einsatz von 8 mm BBs ist allerdings kein Einsatz für Airsoft möglich. Was fairerweise auch nie das Ziel war.




Abbildung 14: Magazinlösung von Unit Solutions für die "Unit4" Trainingswaffen. Das Funktionsprinzip gleicht Airsoft CO2 Magazinen. Die Magazine sind "drop safe" auf allen Untergründen. Befüllt werden die Magazine mit den blauen Refill-Einheiten auf der linken Seite. Wer sparen möchte, kann diese Carrier selbstständig wieder befüllen. Quelle: unitsolutions.com, 2026.
Nachdem die Technik der Waffe eher unspektakulär ist, kommen wir zu den Magazinen, die einige Besonderheiten haben. Die Magazine sind extrem stabil ausgelegt, um das Fallenlassen auf jeden Untergrund zu ermöglichen. Ein Muss für jede ernsthafte Anwendung, da Nachladen unter Zeitdruck das Herausfallen des alten Magazins aus dem Magazinschacht erfordert. Die Magazine funktionieren technisch wie jedes andere CO2 Magazin. Der Hammer der Waffe schlägt auf das Ventil, welches kurzzeitig den Ventilquerschnitt freigibt und eine definierte Menge CO2 freisetzt. Das CO2 wird über eine Dichtung an der Oberseite des Magazins in den Verschluss der Waffe geleitet, wo es den Verschluss antreibt und die BB verschießt. Besonders an den Unit4 Magazinen ist der blaue Einsatz, der die CO2 Kapsel trägt und die 30 BBs aufnimmt. Diese Einsätze können als fertige Bauteile erworben werden, damit sich die Anwender keine Gedanken um BBs und Kapseln machen müssen. Einfach den alten Einsatz aus dem Magazin nehmen und einen neuen Einlegen. 30 Schuss aus einer CO2 Kartusche sind natürlich nichts und eine Verschwendung. Verglichen mit den Kosten für scharfe Munition oder Simunition allerdings lachhaft. Für kosten- und umweltbewusste Anwender gibt es aber auch die Möglichkeit die einzelnen Kartuschen auszutauschen und BBs selbst nachzufüllen. Damit lassen sich die Kosten für den Betrieb der Unit4 Waffen weiter senken. Diese Möglichkeit richtet sich vermutlich aber eher an Privatkunden.




Abbildung 15: Unit Solutions "Unit9" CO2 Farbmarkierer im Stil von Polymer Striker Fire Pistolen. Die Pistolen sind Optic Ready für verschiedene Footprints. Die Magazine sind "drop safe" auf allen Untergründen. Befüllt werden die Magazine wie klassische Airsoft CO2 Magazine. Quelle: unitsolutions.com, 2026.
Neben frei konfigurierbaren AR15 Modellen bietet Unit Solutions auch Kurzwaffen an. Die Magazine sind im Aufbau ähnlich den AR15 CO2 Magazinen extrem stabil ausgelegt. Die Pistolenmagazine sind im Prinzip Airsoft CO2 Magazine, wobei die 8 mm BBs wie gewohnt über die Feed-Lippen eingefüllt werden. Die Silhouette der Pistolen ist stark an einen großen österreichischen Hersteller angelehnt. Wie es heute üblich sein sollte, sind die Pistolen direkt Optic Ready und können entweder mit RMR, Delta Point oder Aimpoint Acro Cut bestellt werden.
Die Qualität der Gehäuse und die Möglichkeit die Waffen auch ohne Munition zu betreiben, lassen mich überlegen sie als Trainingsgerät für Zuhause anzuschaffen. Allerdings sind der Preis und die Verfügbarkeit deutliche Nachteile gegenüber Airsoft GBB Waffen. Letztere sind heute von so guter Qualität und ebenfalls vollständig kompatibel mit den Anbauteilen für scharfe Waffen, dass ein Kauf von Unit Solution für Privatanwender meist keinen Sinn ergibt. Für Behörden oder Firmen, die im Force on Force Bereich arbeiten und nicht auf Geräte aus Fernost mit fragwürdigem Support und Garantie setzen können, ist diese Lösung aber eine attraktive Alternative zu FX.
Hier findest Du mich auch
Newsletter