Meine Glock 17 MOS
Ich stelle euch meine erste eigene Pistole vor. Meine Glock 17 MOS, mit der ich in der IPSC Production Optics Division antrete. Hierbei soll es vor allem um meine Erfahrung mit der Waffe gehen und welche Modifikationen ich vorgenommen habe.
11/29/20255 min read


Abbildung 1: Meine Glock 17 Gen 5 MOS. Ich habe ein Holosun 507 Comp als Optik verbaut, auf einer FOC-Adapterplatte. Außerdem habe ich einen Apex-Abzug eingebaut. Ersetzt habe ich den Verschlussfanghebel durch den vergrößerten der Glock 36.
Meine erste Pistole ist eine Glock 17 der Generation 5 MOS, also mit Möglichkeit zur Optikmontage über diverse Adapterplatten. Entschieden habe ich mich damals für eine Glock aus mehreren Gründen. Erstens fand ich eine Glock besonders cool, wegen der Popkultur um die Waffe in YouTube, Filmen und diversen Content Creators. Zweitens wollte ich unbedingt eine Gebrauchspistole, warum auch immer das in meinem Kopf damals wichtig war. Drittens ist eine Glock günstig, aber sehr gut verarbeitet, was meinem Doktoranden-Dasein damals und meinem Konto entgegenkam. Als Letztes wird die Waffe immer wieder von Top-Schützen zum Einstieg empfohlen. Wer das Ding schießen kann, kann alles schießen.
Primär wollte ich eigentlich nur gut schießen lernen und eine coole Waffe haben, aber meine Skills auch in Wettkämpfen unter Druck überprüfen. Also habe ich mich bei meinen Modifikationen an die Regeln der IPSC Production Optics Division gehalten, da ich mit Optik schießen wollte, aber auch nicht in Open starten.
Bevor ich die Waffe bekommen habe, hatte ich mir bereits am Black Friday davor eine Holosun 507 Comp(etition) mit grünem Leuchtpunkt gekauft. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Dot das größte Mini-Dot, das mir bekannt war, zu einem günstigeren Preis als andere Optionen. Das grüne Absehen kannte ich bereits von Airsoft-Optiken und ich bin heute immer noch begeistert vom Absehen. Hätte ich bei jeder Optik die Wahl, würde ich mich vermutlich immer für Grün entscheiden. Meine Iron Sights habe ich komplett entfernt, da ich immer mit Optik schieße, meine Batterien profilaktisch wechsle und Ersatzbatterien dabei habe. Selbst wenn meine Optik mitten im Match ausfällt, ist mein Gefühl für die Waffe ausreichend, um einigermaßen zu treffen und eine Stage mehr oder weniger gut zu beenden. So habe ich das ganze Sichtfeld frei und keine potenzielle Ablenkung verbaut.
Montiert habe ich die Optik zu Beginn auf der mitgelieferten MOS-Adapterplatte. Relativ schnell habe ich mir aber die Adapterplatte von Forward Control Design gekauft, da ich viele Berichte über abreißende Schrauben an MOS-Montagen gesehen hatte. Die Forward Control Design Platte hat den Ruf sehr eng zu passen. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Es ist deutliches Spiel einerseits zwischen Waffe und Optik zu erkennen, andererseits auch zwischen Waffe und Platte. Also lieber einfach sowohl Platte als auch Optik bei Montage auf Anschlag nach vorne drücken. So kann die Massenträgheit der Optik beim Zurückschlagen des Verschlusses nicht die Schrauben abscheren. Immerhin sieht die Adapterplatte cooler aus...


Abbildung 2: Detailaufnahme des Spiels zwischen der Adapterplatte von FOC und der Waffe, sowie zwischen der Platte und der Optik. Vonwegen aufgrund der saugenden Passform könnte eine Einpassung notwendig sein...
Da ich den Verschlussfanghebel der originalen Glock 17 sehr glatt und für mich zu fummeln empfinde, habe ich den sportlichen Verschlussfanghebel der Glock 36 eingebaut. Mit der kleinen Verlängerung und dem Knubbel am Ende lässt sich die Waffe für mich wunderbar bedienen. Da ich einen vergößerten Magazinknopf als besonders cool empfand habe ich mir die Variante von Glock für ca. 5€ direkt mitbestellt. Beim ersten Mal Schießen gehen habe ich direkt gemerkt, dass ich den schleunigst wieder ausbauen sollte. Mehrmals habe ich beim Schießen das Magazin verloren, weil mein Griff und der herausstehende Knopf nicht miteinander auskamen. Heute kann ich sagen, dass auch der normale Magazinknopf im Stress des IPSC Wettkampfes einwandfrei funktioniert.
Aus optischen Gründen und weil ich es cool fand habe ich einen Tuning-Abzug von Apex eingebaut. Mit diesem wurde der Abzugsschuh gegen einen flachen, breiten getauscht mit einer verbesserten Abzugsstange, wie der Hersteller schreibt. Dazu habe ich eine Steuerfeder der Glock 36 (Minus-Feder) verbaut, um das Abzugsgewicht leicht zu senken. Damit habe ich ca. ein Jahr gearbeitet und war sehr zufrieden.
Da die Glock einen teilgespannten Schlagbolzen hat, der bei Betätigung des Abzugs vollgespannt wird und dann bricht, lässt sich der Abzugswiderstand durch das Gewicht der Schlagbolzenfeder einstellen. Um noch ein wenig mehr in die sportlichere Richtung zu gehen, habe ich das Competition Spring Kit von Eemann Tech eingebaut. Hier werden die Schlagbolzenfeder und die Federn der Schlagbolzensicherung, sowie der Abzugsmechanik gegen leichtere getauscht. Der Unterschied ist kaum spürbar. Der Abzugswiderstand ist ein wenig geringer, aber ein Druckpunkt lässt sich kaum spüren. Es ist eher ein rollender Widerstand, der den Schuss irgendwann auslöst. Für IPSC kein Problem, da man den Abzug sowieso einfach durchzieht. Die Glock ist so aber noch weniger eine Präzissionswaffe, wie sie es vorher war. Eine noch leichtere Schlagbolzenfeder möchte ich nicht verbauen, da mir das Risiko für Light Strikes zu groß wird.


Abbildung 3: Lieferumfang des Eemann Tech Competition Spring Kits. Eine leichtere Schlagbolzenfeder, eine Abzugsfeder und die sportliche Feder der Schlagbolzensicherung.
Die Glock hat hinter dem Magazinschacht eine Aussparung, die optimal dafür geschaffen ist, Dreck zu sammeln oder das Magazin mit Vollgas reinzujagen, statt in den Magazinschacht. Aufgrund der Einschränkungen der Production Optics Division ist kein Grip Plug aus Messing eine Option, sondern nur der Lanyard-Adapter von Glock. Obwohl das Teil super unschön ist, habe ich es ausprobiert, um meine Reloads sicherer zu machen. Der Gewinn an Sicherheit war für mich nicht spürbar und es ergab sich, dass ich mit dem Magazin sogar eher abgerutscht bin (gefühlt). Also habe ich den Lanyard-Adapter wieder ausgebaut.
Der Griff der Glock fühlt sich für meine schwitzenden Hände schnell rutschig an. Das führt dazu, dass sich die Waffe beim Schießen nicht so sicher in meiner Hand anfühlt, wie ich es gerne hätte. Deshalb habe ich mir Skateboard Tape (Black Diamond) mit dem Lasercutter passend zurechtgeschnitten und auf den Griff meiner Waffe geklebt. In Verbindung mit Liquid Chalk fühlt sich die Waffe wie festbetoniert in meiner Hand an.
Würde ich mir noch einmal zum Einstieg eine Glock kaufen? Jein! Die Glock ist eine super Waffe, um Schießen zu lernen! Sie wird auch nach weit über 10.000 Schuss ohne Putzen einwandfrei funktionieren. Man kann sich also voll und ganz auf das Schießen konzentrieren, ohne sich mit Reinigung oder Wartung beschäftigen zu müssen. Dazu gibt es unendlich viel Zubehör, um seine eigene Glock zu erstellen. Auch für IPSC Matches kann die Pistole genutzt werden, und das auch sehr erfolgreich. Sie wird es einem aber nicht leicht machen. Es gibt Pistolen, die extra für den Sport gebaut werden und einem manche Fehler eher verzeihen werden als eine Glock. Wer also auf jeden Fall ohne Einschränkungen sportlich schießen möchte, sollte sich eventuell direkt eine CZ Shadow 2 o.ä. kaufen. Ich werde mir beispielsweise in Zukunft eine weitere, sportlichere Pistole zulegen, um meine eigenen Fähigkeiten als einziges Limit zu haben.